Noch vor wenigen Jahren war die Dampfmaschine in der Landwirtschaft als Antrieb einer Dreschmaschine im Einsatz. Dennoch paßt die Maschine zur Ziegelei. Eine stationäre Dampfmaschine (eine sogenannte Dampflokomobile) war auch in der Alten Ziegelei Westerholt im Einsatz. Mit der Dampfmaschine und einer Transmission wurden alle Maschinen im Maschinenhaus angetrieben. Erst nach dem letzten Krieg wurde die Dampflokomobile zunächst durch einen alten Schiffsdiesel ersetzt, dem später der noch vorhandene Elektromotor folgte. Die Dampfmaschine stand hinter dem Maschinenhaus. Der dazu gehörende Schornstein ist dort noch vorhanden. Auch der kleine, romantische Teich, der sich neben dem Maschinenhaus befindet, ist ursprünglich für die Dampfmaschine angelegt worden. Diese wurde mit Wasser aus dem Teich versorgt.
Dampfmaschine
Die im Jahre 1933 erbaute Dampfmaschine im Eingangsbereich des Ziegeleimuseums
Nur wenige Details gibt das Typ-Schild am großen Dampfkessel preis. Die noch fehlenden Informationen kann eventuell die Firma SKL Motoren- und Systemtechnik liefern, hofft Albert Hinrichs, erster Vorsitzender des Ziegelvereins. Dieses Unternehmen ist 1990 aus dem Schwermaschinenkombinat "Karl Liebknecht" hervorgegangen, in welches zu DDR-Zeiten die Maschinenfabrik Rudolf Wolf
umbenannt wurde. "Möglicherweise sind dort noch Unterlagen zu unserem Dampfmaschinentyp zu finden. Jedenfalls ist es einen Versuch wert!" sagt Albert Hinrichs.
Das Werk:
Maschinenfabrik Rudolf Wolf, Magdeburg-Buckau, 1933
Eine Dampfmaschine
im Einsatz. Alle Maschinen, die im Maschinenhaus standen, wurden auf diese Weise angetrieben.
Der Wasserteich
neben dem Maschinenhaus wurde extra für die Versorgung der Dampflokomobile ausgehoben
