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Hochzeitsglocken läuten in der Alten Ziegelei
Im Jahr 2001 fand im Museum Alte Ziegelei Westerholt zum ersten Mal eine Trauung statt. Das Brautpaar und über 100 Gäste verbrachte viele schöne Stunden auf dem Ziegeleigelände. Nach der gemeinsamen Kaffeetafel pflanzte das Brautpaar zur Erinnerung an diesen Tag einen Baum.

Mittlerweile haben sich viele Brautpaare in der Alten Ziegelei das Ja-Wort gegeben und ein Brautpaar hat die glücklisten Momente ihres Lebens in einer kleinen Geschichte zusammengefasst. Das Ziegeleimusum sagt DANKE. Das liebevolle Kompliment nehmen wir gerne an.

Stimmungsvolle Trauung in Westerholt

Anne und Jan-Hendrik Wellmann geben sich das Ja-Wort auf der Alten Ziegelei
von Anne Wellmann

Als überzeugte Westerholterin war es ein Wunsch von mir auch ‚hier zu Hause’ zu heiraten. Seit mehreren Jahren ist dieses nun Dank der Bemühungen des Vereins Museum Alte Ziegelei Westerholt e.V. auch möglich. Die Ziegelei liegt in unserer direkten Nachbarschaft. Als Kind habe ich schon dort gespielt, als Jugendliche bei den Tagen des offenen Denkmals geholfen und in den vergangen Jahren viele schöne Abende mit Open-Air-Kino, Lesungen und Konzerten auf der alten Ziegelei erlebt. Auch mein Mann konnte sich gut vorstellen, dass unsere Trauung im ehemaligen Maschinenhaus, so hatten wir es zunächst geplant, stattfindet.
Heiratet ein Paar aus unserer Nachbarschaft auf der Alten Ziegelei, so hat es sich eingebürgert, dass die Nachbarn von Hinterm Esch sich um die Dekoration und die Bewirtung bei der Ziegelei kümmern. Auch bei uns erklärten sich die Nachbarn sofort bereit für ein feierliches Ambiente bei unserer Trauung zu sorgen.
Bei einem nachbarschaftlichen Public-Viewing zum EM-Finale auf der alten Ziegelei kam es zu einer ersten Ortsbegehung. Gemeinsam mit einigen Nachbarinnen warfen mein Mann und ich noch einmal einen Blick in das Maschinenhaus und überlegten, wo der Trautisch stehen könnte, was es für Dekorationsmöglichkeiten gäbe und wo unsere Gäste bei der Trauung Platz finden könnten. Schnell kamen wir zu dem Schluss, dass leider nur sehr wenige Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn bei der Trauung dabei sein könnten.
Aus einem Spaß heraus entstand die Idee, die Trauzeremonie unter das Dach des Trockenschuppens zu verlegen, damit alle unsere Hochzeitsgäste dabei sein können.

Anfängliche Bedenken meinerseits, dass mit einem Umzug unter das Dach, doch deutlich mehr Aufwand für die Nachbarn entstehen könnte, wurde von ihnen sofort entkräftet: „Das machen wir schon. Das ist jawohl gar kein Problem. Da in die Nischen ein paar Kerzen, dann bauen wir... hier ein paar…“ Schon war eine Truppe von Nachbarinnen mitten in ein Planungsgespräch vertieft.
Zufällig war an diesem Tag auch der uns zugewiesene Standesbeamte Rolf Vergin anwesend und auch er hatte von ‚amtlicher Seite’ nichts dagegen, unsere Trauung unter dem Dach des ehemaligen Trockenschuppens durchzuführen.
Nun durften mein Mann und ich uns überraschen lassen.
Was uns dann am Tag der Hochzeit erwartet, war überwältigend: Der wenige Tage noch zweckmäßige Trockenschuppen hatte sich in einem feierlichen Trauraum verwandelt, der Platz für alle unsere Hochzeitsgäste bot. Mit großen Stoffbahnen, zahlreichen Kerzen, grünem Buchsbaum und viel Liebe zum Detail hatten die Nachbarn eine Stimmung geschaffen die den ganzen Raum verzauberte und unsere ganz persönliche Trauzeremonie ermöglichte.
Auch der von den Nachbarn im Anschluss an die Trauung organisierte Sektempfang mit ‚kleinem Imbiss’ hätte Gourmet-Sterne verdient. Die Nachbarinnen hatten eine Vielzahl süßer und herzhafter Köstlichkeiten auf mehreren Tischen vorbereitet, so dass unsere Gäste und natürlich auch wir bestens versorgt wurden.
So erlebten mein Mann Jan und ich unsere ganz persönliche Traumhochzeit in der Alten Ziegelei in Westerholt. Diese wäre ohne unseren fleißigen, kreativen und geschickten Nachbarn von Hinterm Esch nicht möglich gewesen wäre. Danke ihr ‚Feschen Eschis’!